Schema.org 30.1: Produktfelder und Digital Product Passport im Shop-Markup

· von geaio
Ein hellgrauer Sneaker steht neben drei Materialproben und zwei Detailfotos von Sohle und Nähten als Motiv für Produktdokumentation im Kontext von Schema.org und dem Digital Product Passport. KI-Symbolbild

Symbolbild, mit KI erstellt.

Naheliegend ist die Frage, ob neues Schema.org-Vokabular einem Shop Plätze in AI Overviews, ChatGPT oder Perplexity bringt. Die Dokumentation von Google gibt dafür keine Grundlage, wie der folgende Abschnitt zeigt.

Definition: Schema.org 30.1 ist eine Version des Schema.org-Vokabulars. Laut Schema.org ergänzt sie Vokabular, um EU-Digital-Product-Passports auffindbar zu machen, und führt am Typ Product die neuen Properties consumerNotice, isOftenBoughtWith und specification ein (https://schema.org/docs/releases.html). Der Digital Product Passport (DPP) ist ein Datensatz zum Lebenszyklus eines Produkts.

These: Schema.org 30.1 ist für KI-Antworten ein Vorbereitungsthema

Unsere These lautet: Aus unserer Sicht sind die neuen Felder für deine Sichtbarkeit in KI-Antworten heute ein Vorbereitungsthema. Sofort umlegen lässt sich damit noch nichts. Dafür gibt es einen belegten Grund und einen offenen.

Der belegte Grund steht in der Dokumentation von Google Search Central zu KI-Funktionen (Stand 2025-12-10): Für die Darstellung in AI Overviews und AI Mode verlangt Google kein spezielles schema.org-Markup und keine neuen maschinenlesbaren Dateien. Vorhandene strukturierte Daten sollen allerdings zum sichtbaren Seitentext passen (https://developers.google.com/search/docs/appearance/ai-features). Wer also glaubt, mit consumerNotice oder specification in AI Overviews aufzusteigen, findet dafür in Googles Dokumentation keine Grundlage.

Der offene Grund betrifft ChatGPT, Perplexity und Gemini. Zu diesen Systemen stützen wir uns in diesem Beitrag auf keine Quelle, die eine Auswertung der neuen 30.1-Properties beschreibt. Eine Aussage dazu wäre bei dieser Datenlage geraten, und wir leiten daraus keine Wirkung ab.

Was 30.1 an Product ändert: neue Produktfelder im Überblick

Schema.org nennt in den Release-Notes zu 30.1 (2026-09-16) für Product die Properties consumerNotice, isOftenBoughtWith und specification. Dazu kommen importer, recycledContentPercentage und substanceOfConcern sowie die Certification-Untertypen EnvironmentalProductDeclaration und DeclarationOfConformity (https://schema.org/docs/releases.html).

Der neue Typ DigitalProductPassport beschreibt laut Schema.org (2026-09-16) einen Datensatz zum Lebenszyklus eines Produkts. Über die Property hasDigitalProductPassport lässt er sich an Product und Offer verlinken. Der Begriff liegt noch im Bereich “new”, gilt also als noch nicht stabilisiert (https://schema.org/DigitalProductPassport).

Neuerung in 30.1Gehört zuBeleg
consumerNotice, isOftenBoughtWith, specificationProductSchema.org, 2026-09-16
importer, recycledContentPercentage, substanceOfConcernProductSchema.org, 2026-09-16
EnvironmentalProductDeclaration, DeclarationOfConformityUntertypen von CertificationSchema.org, 2026-09-16
DigitalProductPassport, hasDigitalProductPassportProduct und OfferSchema.org, 2026-09-16

Digital Product Passport: EU-Register und Schema.org-Vokabular

Der Hintergrund ist regulatorisch. Laut der European Circular Economy Stakeholder Platform (Europäische Kommission / EWSA) hat die EU-Kommission das Register für Digital Product Passports samt Testumgebung gestartet. Wirtschaftsakteure müssen jeden DPP dort registrieren, per Oberfläche oder API, zunächst unter anderem für Textilien, Stahl und Aluminium, Reifen, Möbel, IKT- und energieverbrauchsrelevante Produkte (11 Aug 2026, https://circulareconomy.europa.eu/node/10178).

Für dein Shop-Markup folgt daraus laut der genannten Plattform: Die Registrierung eines DPP erfolgt im Register, per Oberfläche oder API. Aus unserer Sicht gehen wir deshalb davon aus, dass das Schema.org-Markup diese Registrierung nicht ersetzt. Das Vokabular beschreibt laut Schema.org (2026-09-16), wie ein DPP an Product und Offer verlinkt wird. Ob du das tun solltest, hängt davon ab, ob deine Produktgruppe unter die genannten Bereiche fällt und ob du überhaupt einen Passport pflegst.

Zur technischen Ausrichtung nennt Schema.org außerdem, dass die DPP-Beispiele aus Version 30.0 (2026-03-19) an UN/CEFACT-Codes ausgerichtet sind (https://schema.org/docs/releases.html). Wer Produktdaten aus einem PIM oder ERP exportiert, sollte prüfen, ob dort bereits solche Codes vorliegen.

Google-Doku zu Product snippets und Merchant listings

Google unterscheidet in der Dokumentation zu Product-Markup (Stand 2025-12-10) zwischen Product snippets für Seiten ohne Kaufmöglichkeit und Merchant listings für Seiten, auf denen man kaufen kann. Strukturierte Daten und ein Merchant-Center-Feed zusammen maximieren laut Google die Eignung (https://developers.google.com/search/docs/appearance/structured-data/product).

Aus unserer Sicht bleiben deshalb Preis, Verfügbarkeit und Beschreibung im Product- und Offer-Markup die sichere Grundlage, denn genau dafür beschreibt Google Product snippets und Merchant listings. Die neuen Felder sehen wir als Ergänzung, deren Nutzen wir nicht belegen können. Wie das bei ChatGPT Search aussieht, behandelt unser Beitrag zu Preisen auf der eigenen Website.

Ein Rechenbeispiel (hypothetisch): Angenommen, ein Shop pflegt 200 Produktseiten und für 40 davon läge ein Passport oder ein Zertifikat vor, dann müssten in diesem Modell nur diese 40 Seiten zusätzliche Felder erhalten, während die übrigen 160 Seiten unverändert bleiben könnten.

Unsere Einordnung: Aus unserer Sicht lohnt sich zuerst der Abgleich zwischen Markup und sichtbarem Text, weil Google genau diese Übereinstimmung für KI-Funktionen nennt. Ein naheliegender Prüfpunkt sind dabei Preise: Ändert sich ein Preis im Shopsystem, sollte der Wert im JSON-LD mitziehen und weiter zum Preis im Seitentext passen. Wie oft das schiefgeht, können wir nicht beziffern.

Prüfschritte für dein Shop-Markup vor dem Einsatz neuer Felder

Du kannst die Reihenfolge trotzdem festlegen:

  1. Grundlage sichern: Product und Offer mit Preis, Währung und Verfügbarkeit fehlerfrei ausliefern. Mehr dazu im Beitrag zu Produktseiten für KI-Zitierungen.
  2. Sichtbaren Text abgleichen: Jeder Wert im Markup muss auf der Seite auffindbar sein.
  3. Betroffenheit klären: Prüfe, ob deine Produktgruppe zu den im EU-Register genannten Bereichen zählt.
  4. Neue Felder gezielt testen: Setze consumerNotice, specification oder hasDigitalProductPassport nur dort, wo echte Daten vorliegen, und validiere das JSON-LD vor dem Livegang.

Zur Einordnung von Markup im Ganzen hilft der Überblick zu Schema.org Markup für KI.

Was du nach 30.1 messen und was du offen lässt

Für eine Wirkung der neuen Felder auf KI-Antworten stützen wir uns in diesem Beitrag auf keine Messung. Wenn du die Felder einführst, dokumentiere Datum und betroffene URLs und beobachte danach Abrufe und Nennungen. Ein Zusammenhang wäre selbst bei einer Veränderung nicht bewiesen, weil sich KI-Antworten aus vielen Gründen verschieben.

Planbar ist der regulatorische Teil: Das Register läuft und das Vokabular liegt vor. Offen bleibt, wann und ob Google, OpenAI oder Perplexity die Felder dokumentiert auswerten. Bis dahin ist solides Product- und Offer-Markup die belastbare Basis.

Häufig gestellte Fragen

Was ist neu in Schema.org 30.1 für Product? Laut Schema.org (2026-09-16) kommen die Properties consumerNotice, isOftenBoughtWith, specification, importer, recycledContentPercentage und substanceOfConcern hinzu. Dazu gibt es die Certification-Untertypen EnvironmentalProductDeclaration und DeclarationOfConformity.

Wofür unterscheidet Google Product snippets und Merchant listings? Laut der Google-Dokumentation zu Product-Markup (Stand 2025-12-10) sind Product snippets für Seiten ohne Kaufmöglichkeit gedacht, Merchant listings für Seiten, auf denen man kaufen kann. Strukturierte Daten und ein Merchant-Center-Feed zusammen maximieren laut Google die Eignung.

Brauche ich neues Markup, um in AI Overviews zu erscheinen? Nein. Laut Google Search Central (Stand 2025-12-10) verlangt Google für AI Overviews und AI Mode kein spezielles schema.org-Markup. Vorhandene strukturierte Daten sollen zum sichtbaren Text passen.

Ersetzt das Markup die Registrierung im EU-Register? Das Register ist laut der European Circular Economy Stakeholder Platform (11 Aug 2026) die Stelle, an der Wirtschaftsakteure jeden DPP registrieren. Aus unserer Sicht gehen wir davon aus, dass das Schema.org-Vokabular diese Registrierung nicht ersetzt, sondern dazu dient, einen Passport auf der Produktseite zu verlinken.

Hinweis zur Erstellung

Dieser Beitrag und sein Titelbild wurden mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Abgebildete Motive sind Symbolbilder. Die Analyse hinter dem geaio-Score arbeitet dagegen regelbasiert — dort ist kein KI-Modell im Spiel. Mehr dazu unter KI-Transparenz. Redaktionelle Freigabe: Jens Schöberling.