Bindestrich statt Unterstrich in URLs: Googles Regeln für Relaunch und KI
KI-Symbolbild
Symbolbild, mit KI erstellt.
Ob ein Unterstrich in der URL eine Seite in der KI-Suche schlechter erreichbar macht, ist öffentlich nicht belegt. Googles Empfehlungen zur URL-Struktur und zu Relaunches geben wir unten mit Quelle wieder, die Praxis daraus ordnen wir als unsere eigene Bewertung ein.
Definition: Die Bindestrich-Regel für URLs ist Googles Empfehlung, Wörter in Adressen mit Bindestrichen zu trennen, weil Unterstriche Begriffe zusammenhalten. Beim Relaunch bedeutet sie: Wer Unterstrich-URLs auf Bindestrich-URLs umstellt, leitet die alten Adressen serverseitig und dauerhaft auf die neuen weiter.
Was Google zur URL-Struktur schreibt
Laut der Dokumentation von Google Search Central empfiehlt Google Bindestriche statt Unterstriche zur Worttrennung in URLs. Die Begründung: Unterstriche halten üblicherweise Begriffe zusammen, etwa bei Funktionsnamen wie format_date, während ein Bindestrich eine Wortgrenze klar signalisiert (https://developers.google.com/search/docs/crawling-indexing/url-structure).
Übertragen auf eine Shop-URL heißt das: Ein Pfad wie /laufschuhe_damen kann nach dieser Logik als ein zusammenhängender Begriff gelesen werden, /laufschuhe-damen als zwei Wörter. Für klassisches SEO ist das eine nachvollziehbare Faustregel. Für die KI-Suche liefert sie keinen eigenen Beleg.
Was die Empfehlung nicht hergibt
Aus unserer Sicht lässt sich aus Googles Bindestrich-Empfehlung keine Abwertung bestehender Unterstrich-URLs ableiten. Wir lesen sie als Hinweis dafür, wie neue Adressen aussehen sollten.
Ebenso wenig ersetzt eine URL-Umstellung die Grundvoraussetzungen für Googles KI-Funktionen. Laut Google Search Central (2025-12-10) gibt es für AI Overviews und AI Mode keine zusätzlichen Anforderungen: Die Seite muss indexiert und mit Snippet in der Google-Suche zugelassen sein, spezielle Dateien, Markup oder Schema.org-Daten sind nicht nötig (https://developers.google.com/search/docs/appearance/ai-features). Ein Bindestrich im Pfad ist also kein Hebel, um dort aufzutauchen.
Für die Praxis heißt das aus unserer Sicht: Die Umstellung begründen wir mit Googles Empfehlung für klassisches SEO, nicht mit einer erwarteten Wirkung auf die KI-Suche.
Relaunch mit geänderten URLs: 301 und 308 richtig einsetzen
Der eigentliche Aufwand entsteht beim Umstellen. Laut Google Search Central (2026-08-20) empfiehlt Google bei einem Relaunch mit geänderten URLs serverseitige permanente Weiterleitungen (301 oder 308), die „generally at least 1 year“ bestehen bleiben sollen. Zudem verursachen permanente Weiterleitungen laut Google keinen PageRank-Verlust (https://developers.google.com/search/docs/crawling-indexing/site-move-with-url-changes).
Wie Ketten entstehen und warum sie vermeidbar sind, beschreibt unser Beitrag zum Redirect-Handling für KI-Crawler. Ein Rechenbeispiel (hypothetisch): Bei 500 umgestellten URLs entstünden in diesem Modell 500 Weiterleitungsschritte bei direktem Ziel und 1.000 bei einer Zwischenstation je URL, die ein Crawler jeweils abarbeiten müsste.
| Schritt | Umsetzung | Kontrolle |
|---|---|---|
| URL-Mapping | jede alte Unterstrich-URL auf genau eine neue Bindestrich-URL | Liste mit alter und neuer Adresse |
| Weiterleitung | serverseitig 301 oder 308, direkt auf das Ziel | Statuscode und Location-Header per Abruf prüfen |
| Canonical | zeigt auf die neue URL | Quelltext der Zielseiten |
| hreflang | Sprachvarianten verweisen gegenseitig auf neue URLs | Stichprobe je Sprache |
| Sitemap | enthält nur neue URLs | Abgleich mit dem Mapping |
| Ladezeit | Zielseiten mit PageSpeed Insights messen | Werte vor und nach dem Relaunch notieren |
| Laufzeit | Weiterleitungen mindestens ein Jahr halten | Kalendereintrag |
KI-Crawling beim Relaunch: robots.txt je Bot prüfen
Prüfe bei einem Relaunch deshalb auch die robots.txt. Aus unserer Sicht ist das ein eigener Prüfpunkt für die KI-Sichtbarkeit, der mit dem Bindestrich nichts zu tun hat. Laut der OpenAI-Dokumentation trennt OpenAI seine Crawler nach Zweck: OAI-SearchBot für die Suche, GPTBot für Training, ChatGPT-User für Nutzeranfragen. Jeder lässt sich per robots.txt unabhängig steuern, und Änderungen brauchen für die Suche „~24 hours“ bis zur Wirkung (https://developers.openai.com/api/docs/bots).
Eine Disallow-Regel für GPTBot betrifft demnach das Training, die Suche läuft über einen anderen User-Agent. Prüfe deshalb jeden Bot einzeln und plane nach dem Livegang mindestens einen Tag Wartezeit ein, bevor du das Ergebnis bewertest. Grundlagen dazu findest du im Beitrag zur robots.txt für KI-Crawler.
Einordnung: Weiterleitungsqualität ist der größere Hebel
Wichtiger als der Zeichentausch ist aus unserer Sicht die Qualität der Weiterleitungen, weil Google für permanente Weiterleitungen keinen PageRank-Verlust angibt. Das Risiko liegt damit in der Umsetzung: Ketten, Fehlerseiten, gesperrte Pfade, Canonical-Tags auf alte URLs. Der Bindestrich selbst ist ein kleiner Schritt, der sich gut mit einem ohnehin geplanten Relaunch verbinden lässt.
Wer die Umstellung begleitet, sollte vorher und nachher je einen Stichprobenabruf der wichtigsten Zielseiten dokumentieren, damit Abweichungen später nachvollziehbar sind. Das ist unsere Empfehlung für die Praxis und keine Vorgabe von Google. Registrierung und Analyse bei geaio sind kostenlos.
Für GEO gilt wie für klassisches SEO: Wer Altlasten bereinigt und dabei die Erreichbarkeit sichert, geht kein zusätzliches Risiko ein.
Häufig gestellte Fragen
Muss ich bestehende Unterstrich-URLs sofort umstellen? Aus Googles Empfehlung folgt keine dokumentierte Pflicht dazu. Sinnvoll ist die Umstellung bei einem ohnehin geplanten Relaunch oder bei neuen URLs, weil dann der Aufwand für Weiterleitungen und Kontrolle ohnehin anfällt.
Welche Weiterleitung nutze ich bei geänderten URLs? Laut Google Search Central serverseitige permanente Weiterleitungen, also 301 oder 308. Sie sollen laut Google „generally at least 1 year“ bestehen bleiben.
Verbessert ein Bindestrich meine Chancen in AI Overviews? Dafür gibt es keinen Beleg. Laut Google Search Central müssen Seiten für AI Overviews und AI Mode indexiert und mit Snippet zugelassen sein, weitere Anforderungen nennt Google nicht.
Wie lange dauert es, bis eine geänderte robots.txt für ChatGPT-Suche wirkt? Laut OpenAI-Dokumentation brauchen Änderungen für die Suche „~24 hours“. Prüfe die Wirkung daher frühestens am Folgetag und steuere OAI-SearchBot, GPTBot und ChatGPT-User getrennt.
Hinweis zur Erstellung
Dieser Beitrag und sein Titelbild wurden mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Abgebildete Motive sind Symbolbilder. Die Analyse hinter dem geaio-Score arbeitet dagegen regelbasiert — dort ist kein KI-Modell im Spiel. Mehr dazu unter KI-Transparenz. Redaktionelle Freigabe: Jens Schöberling.